Ernährungsstudien

Nahrungsstudien

Die Problematik der Ernährungsstudien. Ernährung ist ein Thema, das uns alle angeht und meist Gegenstand heftiger Diskussionen ist. Die Qualität der Ernährungsstudien und die daraus abgeleiteten Ernährungsempfehlungen sind ein aktuelles Thema. Hier finden Sie unsere Studien zu vegetarischer Ernährung und Ernährungstrends.

Wozu dienen Ernährungsstudien? - Wir brauchen Wissen - ARD

Immer wieder tauchen neue Ernährungsstudien auf, die eine spezielle Ernährung oder individuelle Nahrungsmittel als besonders gesünd oder gesundheitsschädlich erachten. Man hat oft den Anschein, dass man, wenn man diese neuen Einsichten beachtet, dann eine ideale oder letztlich gesunde Ernährung isst. Dummerweise nur, dass sich am naechsten Tag mit der naechsten Untersuchung schon wieder alles aendern kann, da sich die Studienresultate oft gegenseitig ausschliessen.

Prof. Andreas Pfeiffer weiß um all diese Untersuchungen. Die Endokrinologin und Ernährungswissenschaftlerin ist eine der weltweit größten Expertinnen, wenn es um die Folgen der Nahrung für Körper und Geist geht. Prof. Pfeiffer führt als einen der Gründe für die gegensätzlichen Untersuchungen an, dass es schwierig und zeitaufwendig ist, sinnvolle Ernährungsstudien durchzuziehen.

Auch sind nicht alle Untersuchungen bestens aufeinander abgestimmt. Einige haben z.B. zu wenig Teilnahmen. Im Rahmen von Ernährungsstudien werden die Teilnehmenden oft nach ihrem Ernährungs- und Gesundheitsstatus in den vergangenen Jahren gefragt. Dies hat den Nachteil, dass ein großer Teil der Zeit übersehen werden kann, ohne dass die Testpersonen über mehrere Jahre hinweg kostspielig betreut werden müssen.

Darüber hinaus können so viele Menschen an der Untersuchung teilhaben. Konkret sind das Untersuchungen, bei denen die Testpersonen Nährwertprotokolle haben. Problematisch ist hier die Zeit, in der die Teilnehmenden alles, was sie gefressen haben, sorgfältig aufschreiben. Je längerer die Untersuchung gedauert hat, umso öfter verliert die Testperson ihren Wunsch und nimmt ihn nicht mehr so ernst.

Die Bewertung ist ebenfalls schwierig. Weil die Teilnehmer der Studie in der Praxis meist sehr verschieden und mit vielen unterschiedlichen Nahrungsmitteln essen. Ausgehend von der Datenflut wird dann herausgefunden, welche Diät und welche Nahrungsmittel gesünder oder ungesünder sind. Die Probanden erhalten präzise Anleitungen, wie sie sich selbst nähren.

Derartige Untersuchungen sind teuer. Inwiefern das teuer ist, belegt eine von der Charité Berlin und dem DSI durchgeführte Untersuchung. In der so genannten NutriAct-Studie stellen die Forscher zwei Ernährungsansätze gegenüber, die allgemein zu empfehlen sind: Die an den dt. Bedarf angepasste, fetthaltige mediterrane Diät wird mit einer fettarmen Diät nach den Leitlinien der DGE ( "Deutsche Ernährungsgesellschaft ") gleichgesetzt.

Der Mittelmeerraum sollte weniger Kohlehydrate, sondern mehr Gemüse, Schalenfrüchte, Fisch und viel Pflanzenöl zu sich nehmen. Außerdem sollte die mediterrane Gruppe weniger Kohlehydrate aufnehmen. An der Untersuchung nahmen 500 Menschen teil. Sie wollen wissen, welche der beiden Diäten die Freiwilligen mental und physisch langfristig beibehält. Darüber hinaus entnehmen sie Proben, die Aufschluss über die chronischen Krankheiten wie z. B. Blutfett, Entzündungen und Zuckerspiegel liefern.

Mit dem Blut können sie überprüfen, ob sich die Mittelmeergruppe wirklich an die Diät mit Pflanzenfetten hält. Für sie ist es wichtig, dass sie sich an die Diät halten. Damit die Testpersonen die für viele ungewöhnliche Mittelmeerdiät besser befolgen können, entwickelt die Forschung auch Nahrungsmittel, die der üblichen Nahrung entspricht, aber zum Beispiel weniger Kohlehydrate und mehr Proteine enthält - wie zum Beispiel Pasta aus Linse.

Darüber hinaus wird den Teilnehmern über den gesamten Studienzeitraum von drei Jahren eine Nährwertberatung angeboten, so dass ihre Leistungsbereitschaft aufrechterhalten wird. Doch auch solche gut durchdachten und sehr kostspieligen Untersuchungen haben einen Haken: In der Praxis haben die Testpersonen in der Praxis bereits an einer bereits bestehenden Krankheit zu erkranken. Denn Menschen mit bereits bestehenden Erkrankungen sprechen rascher und klarer auf Veränderungen in der Ernährung an als Menschen mit gesunden Erkrankungen.

Prof. Pfeiffer sagt, dass es dafür gibt. Ein ungesunder Speiseplan macht Sie nicht gleich erkrankt. Pfeiffer geht aber davon aus, dass die Diät im Mittelalter auch das Risikopotenzial für die Entstehung chronischer Erkrankungen der Zivilisation bestimmt, die in der Regel im hohen Alterssegment von 50, 60 oder 70 Jahren auftauchen. Eine signifikante Fettleibigkeit ist in der Tat der wichtigste Faktor bei den meisten Krankheiten der Zivilisation, wie z. B. Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselerkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Welche ist wirklich gut? Die Ernährungsstudien sind komplex. Es gibt Hinweise darauf, dass die Mittelmeerdiät für viele Menschen eine gesunde ist. Bei vielen anderen Lebensmitteln gibt es keine klaren Ergebnis. Daher ist es offensichtlich nicht wert, die neusten Ernährungstrends zu verfolgen. Die Verteufelung oder Idealisierung einzelner Nahrungsmittel ist naturwissenschaftlich kaum durchführbar. Dies sollte bei der nächsten "ultimativen" Nahrungsempfehlung berücksichtigt werden.

In regelmäßigen Abständen werden vom Deutschen Forschungsinstitut für Ernährung Teilnehmern für Ernährungsstudien gesucht.

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