Weinrömer

winerömer

mw-headline" id="Wortherkunft">Wortherkunft[Edit | < Quelltext bearbeiten] A Roman ist ein traditionsreiches Weintrinkgefäß, das im XVI Jh. aus Waldgläsern entwickelt wurde und in Mitteleuropa weit verbreitet ist. Früher war dies das Material, aus dem diese Glaser hergestellt wurden, und zwar Fragmente von altrömischem Glas, wie sie in Deutschland zum Schmelzen verwendet wurden. Der Wegbereiter des Römischen war der so genannten Berkemeyer-Tasse aus dem XVI. Jh.

, einem grünen Waldgläschen mit einem dicken Standfuß, das mit Noppen verziert war, auf denen die Wand in kegelförmiger Gestalt steht.

Hier ist ein Schacht nicht zu sehen oder wird als ausgefahrener Fuss erkennbar. Jahrhunderts wurde dieses etwas grob geformte Glas zum Klassiker der Römer mit einem gerippten Fußring, einem mit Beerensuppen verzierten Hohlschaft und einer Kuppe, die becherförmig, apfelförmig, ei- oder bauchförmig sein konnte. Im achtzehnten Jh. etablierten die Römer den Kuppa-Kelch als Standardkelchform.

Bei den anderen Glasteilen gibt es mehr Variationen: Der Fuss kann statt geriffelt glatter sein, es gibt Stiele ohne Noppen, und neben dem natürlichen Grünen des Forstglases gibt es andere Farbtöne (Oliv, Cobaltblau, Braun). Die Römer des neunzehnten Jahrhundert entwickelten eine große Vielfalt an Formen. Nuppens sind für ihn nicht mehr bestimmend, oft völlig verschollen; manchmal erscheinen sie aber auch auf der Kupplung, was bei den Barockromanen nie der Fall war.

Erhältlich ist die Kupplung in dem typischen Waldglasgrün, das inzwischen künstlich hergestellt wird, aber auch in allen anderen Farbtönen, oft aber auch ohne. Lackierung und Glasschliff in verschiedenen Dekorationen (Wappen, Weinblätter, Blumen, geometrische Verzierungen) können die Kuppel aufwerten. Die Welle kann wie der Fuss verrippt werden; Welle und Fuss bilden oft eine Gesamteinheit.

Fuss- und Lippenkanten können mit Gold beschichtet werden. Die unterschiedlichsten Stilrichtungen der vergangenen Jahrhunderte begegnen sich in komprimierter Form auf dem Römischen des XIX. Jh., die Dekore der ländlichen deutschen Humpenmalerei, der Glasschliff des raffinierten tschechisch-schlesischen Glasbarockes, die einfachen Waldgläser, die im venetischen Baustil heimischen Geländerstäbe nach Mitteleuropa eingeführt. Gemeinsam entstehen römische Brillen, die den Barockstil stärker revitalisieren, als es sie in der Realität im XVII. Jh. nie gab.

Bedeutende Produktionsstandorte für die Römer des neunzehnten Weltkrieges waren die Glashütte Theresienthal, Villeroy & Boch, Köln-Ehrenfeld und Rheinbach. Viele Repliken des historizistischen Römerzeitalters sind im zwanzigsten Jh. als Gebrauchsgläser im Verkehr. Dicke Tassen aus Kristallglas werden auch als Römer bezeichne. Hier ist die Herkunft aus dem Forstglas nicht mehr zu sehen.

Aufgrund der Verdünnung in der Formsprache wird der Ausdruck heute oft unbestimmt für viele Sorten klassischer Weingläser mit typischem kugelförmigem Kuppelglas und gefärbtem, geriffeltem Fuss und/oder Stiel verwendet, wie in der Illustration gezeigt. Barock und historizistische Römer finden sich in vielen Museen für Glas und Kunsthandwerk, zum Beispiel im Sowohl die Barockrömer, die noch heute zur Gruppe der Waldglasarten gehören, als auch die historischen Variationen sind im Antikhandel und auf Glasversteigerungen noch in großer Stückzahl zu haben.

Bremer Lexikon, Jahrgang XIV, Spalte 1158, Beitrag Römer; Klausen.

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